Diagnostik

Die Positive Psychotherapie verfügt über zahlreiche diagnostische Techniken und Ansätze.
Nachfolgend:


Das psychotherapeutisch-psychosomatische Erstinterview
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Ziel des Erstgesprächs ist es, eine tragfähige Arbeitsbeziehung zwischen Therapeut und Patient herzustellen, möglichst viele Informationen über den Patienten zu sammeln, diesem aber auch schon zu einem Standortwechsel zu verhelfen, der Raum für Hoffnung schafft.

Stufe I: Beobachtung und Distanzierung

Nach Erfassung der persönlichen Daten geht es um das Anliegen, das den Patienten in die Therapie führt. Symptomatik und Beschwerdekomplex werden erfragt und positiv in ihrer Funktion gedeutet. Sprachbilder und transkulturelle Beispiele unterstützen die Distanzierung und den Standortwechsel.

Stufe II: Inventarisierung

Die Auflistung der Life events der letzten 5 - 10 Jahre gibt nicht nur Aufschluß über wichtige lebensgeschichtliche Ereignisse des Patienten sondern sie offenbaren auch den bisherigen Konfliktbewältigungsmodus des Patienten und geben Informationen über seine Neurosenstruktur.

Stufe III: Situative Ermutigung

Es werden die bisherigen Bemühungen des Patienten, sein Leben zu bewältigen gewürdigt und seine Selbsthilfepotentiale erfragt und gestärkt.

Stufe IV: Verbalisierung

Der Patient nennt 3 - 4 Themen, die er in der Therapie bearbeiten möchte und legt damit nicht nur die Arbeitsaufträge fest, sondern bestimmt die subjektive Wichtigkeit seiner Probleme.

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Stufe V: Zielerweiterung

Zum Ende des Erstgesprächs erfolgt ein Ausblick in die Zukunft, indem der Patient nach seinen Wünschen gefragt wird, wenn er seine Probleme gelöst hat.

Und zum Schluß bekommt der Patient noch eine passende Geschichte mit auf den Weg, sowie Aufgaben, mit denen er selbst durch Aufschreiben einzelne Themen bearbeitet.

Fragebogen
  • DAI

    In seinen Untersuchungen fand Prof. Peseschkian, sowohl bei orientalischen als auch bei europäischen und amerikanischen Patienten im Zusammenhang mit den bestehenden Symptomen Konflikte, die auf eine Reihe immer wiederkehrender Verhaltensweisen zurückgehen. Er sichtete diese Verhaltensnormen und faßte verwandte Begriffe (Aktualfähigkeiten) zusammen, aus denen er schließlich ein Inventar (Differenzierungsanalytische Inventar DAI) erstellte, mit dessen Hilfe sich die inhaltlichen Komponenten der zentralen Konfliktbereiche beschreiben lassen.

  • WIPPF
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Das Wiesbadener Inventar für Positive Psycho- und Familientherapie ist ein Fragebogen mit 85 Items, der Aussagen im Sinne einer Selbsteinschätzung zu den Vorbilddimensionen, den Konfliktreaktionen und zu den primären wie sekundären Aktualfähigkeiten enthält. Die Interpretation der Werte erfolgt immer im Gesamtzusammenhang des Lebens und Umfeldes des Patienten. Gut zu nutzen ist der Bogen als Gesprächseinstieg in die Konfliktgenese (Fluchtreaktionen, Vorbilddimensionen), Konfliktdynamik (Grundkonflikt, Aktualkonflikt) und Konfliktinhalte (Mikrotraumen, Aktualfähigkeiten). Auch zur Verlaufskontrolle und Qualitätssicherung der Therapie ist der WIPPF geeignet und erprobt.

 

  • Fragebögen zu den vier Formen der Konfliktverarbeitung

    Auf Grund unterschiedlicher Vorbilder und Lernerfahrungen entwickelt jedes Individuum seine ganz persönlichen Präferenzen, wie es die Welt erlebt und auf Probleme und Konflikte reagiert. Ausgehend von dem Gesundheitsmodell der Positiven Psychotherapie - einer Balance in der Energieverteilung auf die vier Qualitätsbereiche des Lebens - werden auch unterschiedliche Muster der Konfliktverarbeitung unterschieden, die als Fluchtreaktionen innerhalb der vier Bereiche definiert werden.


Die vier Bereiche der Konfliktverarbeitung

Fragen zum 1. Bereich der Konfliktverarbeitung - Körper:

1) Welche körperlichen Beschwerden haben Sie, welche Organe sind betroffen?
2) Wie beurteilen Sie Ihr Aussehen?
3) Empfinden Sie Ihren Körper als Freund oder Feind?
4) Ist es für Sie wichtig, daß Ihr Partner gut aussieht ?
5) Welche der fünf Sinne haben für Sie die größere Bedeutung?
6) Auf welches Organ schlägt sich Ihnen der Ärger?
7) Wie reagiert Ihr Partner (Ihre Familie), wenn Sie krank sind? Wie verhalten Sie sich, wenn Ihr Partner krank ist?
8) Brauchen sie viel oder wenig Schlaf?
9) Welchen Einfluß haben Krankheiten auf Ihr Lebensgefühl und Ihre Beziehung zur Zukunft?
10) Legt man in Ihrer Familie Wert auf gutes Aussehen, sportliche Betätigung und körperliche Gesundheit?
11) Wer hat Sie gestreichelt, geküßt und war zärtlich zu Ihnen?
12) Wurde bei Ihnen zu Hause auf gutes reichhaltiges Essen großen Wert gelegt; was war das Motto?


Fragen zum 2. Bereich der Konfliktverarbeitung - Leistung:

1) Welche Tätigkeiten würden Sie gerne ausüben? Sind Sie mit Ihrem Beruf zufrieden?
2) Wo liegen Ihre Interessenschwerpunkte (körperliche, intellektuelle, künstlerische Tätigkeiten, Verwaltungsaufgaben etc.)?
3) Wenn Sie einen Menschen beurteilen: wie wichtig ist für Sie seine Intelligenz und sein soziales Prestige?
4) Worin engagieren Sie sich mehr: im Beruf oder in der Familie?
5) Fühlen Sie sich auch wohl, wenn Sie einmal nichts zu tun haben?
6) Wer von Ihren Eltern legte mehr Wert auf Leistung?
7) Wer von Ihren Angehörigen hat mit Ihnen gespielt?
8) Wer hat sich um Ihre Schularbeiten gekümmert? Wenn Sie Fehler machten, wie wurden Sie bestraft? Haben Ihre Eltern Ihnen gesagt, warum Sie etwas tun sollten?
9) Wie wurden Sie für gute Leistungen belohnt?

Fragen zum 3. Bereich der Konfliktverarbeitung - Kontakt:

1) Wer von Ihnen ist kontaktfreudiger? Wer von Ihnen möchte lieber Gäste im Hause haben?
2) Was könnte Sie eher davon abhalten Gäste einzuladen: daß man zu wenig Zeit hat; daß Gäste Geld kosten; daß Gäste Unordnung machen?
3) Wie fühlen Sie sich, wenn Sie in einer Gesellschaft unter vielen Menschen sind?
4) Bei welchen Menschen fällte es Ihnen schwer, Kontakt aufzunehmen? Was fällt Ihnen leichter, Kontakt aufzunehmen oder aufrechtzuerhalten?
5) Halten Sie an familiären (religiösen, politischen)Traditionen fest?
6) Nehmen Sie besondere Rücksicht darauf, was die anderen Leute sagen könnten?
7) Wer von Ihren Eltern war kontaktfreudiger?
8) Hatten Sie als Kind viele Freunde oder waren Sie eher isoliert?
9) Wenn Ihre Eltern Gäste hatten, durften Sie dabei sein und mitmischen?
10) An wen konnten Sie sich wenden, wenn Sie Probleme hatten?

Fragen zum 4. Bereich der Konfliktverarbeitung - Phantasie/Zukunft:

1) Wer von Ihnen legt mehr Wert auf Phantasie? Haben Sie oft gute Einfälle?
2) Halten Sie sich selbst für optimistisch oder pessimistisch?
3) Womit beschäftigen Sie sich in Ihren Phantasien: mit dem Körper (Sexualität, Schlaf, Sport), dem Beruf (Erfolge, Mißerfolge)?, dem Kontakt mit anderen Menschen, der Zukunft (Wunschvorstellungen, Utopien, Weltanschauung, Religion)?
4) Hängen Sie der Vergangenheit nach? Befassen Sie sich mit der Zukunft? Lesen Sie gerne utopische Literatur?
5) Denken Sie manchmal daran, wie das Leben mit einem anderen Partner wäre, wie es wäre einen anderen Beruf zu haben?
6) Haben Sie schon einmal mit dem Gedanken, Selbstmord zu begehen, gespielt?
7) Wenn Sie eine Woche lang mit jemandem den Platz tauschen könnten, mit wem würden Sie tauschen? Warum?
8) Welche Beziehung haben Sie zur Kunst (Malerei, Musik, Literatur)? Malen Sie selber? Was drücken Ihre Bilder aus?
9) Wer von Ihren Eltern legte mehr Wert auf religiöse oder weltanschauliche Fragen? Waren Ihre Eltern in diesem Punkt einig? Hatten Ihre Eltern wegen ihrer religiösen oder weltanschaulichen Konzepte Schwierigkeiten mit ihrer Umwelt?
10) Wer von Ihren Eltern hat gebetet? Wer hat mit Ihnen zusammen gebetet?
11) Wer hat sich mit Fragen wie Leben nach dem Tode, Sinn des Seins, dem Wesen Gottes etc. beschäftigt?
12) Welche Erfahrungen haben Sie als Kind mit religiösen und politisch-weltanschaulichen Ereignissen gemacht?
13) Welchen Einfluss haben bei Ihnen religiöse und weltanschauliche Konzepte für die Kindererziehung, die Partnerwahl und die Beziehung zu Ihren Mitmenschen? Was war das Lebensziel Ihrer Eltern? Was ist Ihr Ziel?
14) Wie stehen Sie zu Mitgliedern anderer Glaubensgemeinschaften und Vertretern anderer weltanschaulicher Überzeugungen?

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Zur Erfassung der individuellen Konfliktverarbeitung stellt die Methode der Positiven Psychotherapie umfassende Fragebögen zur Verfügung.