Von ihrer Entstehung
und ihrem Wesen her ist die Positive Psychotherapie
eher Praxis als Theorie. Es geht vor allem darum, den Patienten
in seiner subjektiven und objektiven Not zu verstehen, ohne seine Einzigartigkeit
aus den Augen zu verlieren. Nicht der Patient
muß sich an eine zufällig vorgegebene Methodik anpassen, sondern
umgekehrt: die Methodik wird entsprechend den sich wandelnden psychotherapeutischen
Bedürfnissen des Patienten ausgewählt. Die Positive Psychotherapie
erfüllt diesen Anspruch dadurch, daß sie nicht auf eine einzelne
Technik schwört, sondern prinzipiell eine Vielzahl verschiedener
psychotherapeutischer Techniken (z.B. Einzelbehandlung, Gruppentherapie,
Familientherapie, Entspannungmethoden, lerntheoretische Ansätze,
psychoanalytische Vorgehensweisen etc.) heranzieht. Die Zusammenarbeit
verschiedener Fachdisziplinen kann sich auf zweierlei Weise vollziehen:
indem günstige therapeutische Ansätze in den Behandlungsplan
der Positiven Psychotherapie übernommen und indem Ansätze der
Positiven Psychotherapie im Rahmen anderer psychotherapeutischer Methoden
angewendet werden. Um einen Überblick
zu ermöglichen, hat Prof. Peseschkian wesentliche Grundzüge
einiger therapeutischer Richtungen in seinem Buch Positive Psychotherapie
(Peseschkian 1977, s. 375-400) dargestellt: Positive Psychotherapie und
Psychoanalyse Verhaltenstherapie Individualpsychologie
analytische Psychologie Logotherapie Gesprächstherapie
Gestalttherapie Primärtherapie Gruppenpsychotherapie.
Beziehung zu anderen Methoden